02. Februar 2026

Von der Idee zur Bewegung: SchulePlus-Netzwerk in Gründung

Berufsorientierung vereinfachen und die Traum-Ausbildung finden: Das duale Projekt SchulePlus erleichtert Schülerinnen und Schülern den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt. Eine neue Vereinbarung zur engen Zusammenarbeit von Schulen, Wirtschaft und Politik soll jetzt beispielgebend für ganz Hessen werden und die duale Ausbildung stärken.

Welcher Beruf passt zu mir? Diese Frage treibt viele junge Menschen um. Das deutschlandweit einzigartige SchulePlus-Modell hält Antworten bereit – und bietet Lösungen auch hinsichtlich des Fachkräftemangels. Initiiert und vorangetrieben von der Johann-Textor-Schule Haiger (JTS) und Lehrer Alexander Schüler beeindruckt das Programm längst nicht nur Azubis und Schüler in der Region. Von Haiger aus wächst eine Bewegung, die das Bildungssystem verändern kann – und muss. Denn um die Berufsorientierung junger Menschen langfristig zu stärken und vor allem zu vereinfachen, braucht es eine enge Zusammenarbeit von Schulen, Wirtschaft und Politik.

Mit einer gemeinsamen Absichtserklärung zur Gründung des Netzwerks SchulePlus im Lahn-Dill-Kreis wurde dafür nun ein wichtiger Schritt gegangen: Neben Hessens Bildungsminister Armin Schwarz gehört auch unser Inhaber Dr. Friedhelm Loh zu den treibenden Kräften der Initiative. Getroffen haben die Beteiligten die Vereinbarung in Haiger im Rahmen des landesweiten Fachtags des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen zur „Stärkung der dualen Ausbildung durch eine wirksame Berufliche Orientierung“. Und betonten die Bedeutung der JTS als „Keimzelle“ und Alexander Schüler als „Motor von SchulePlus“. „Ohne Sie und Ihre Beharrlichkeit wären wir heute nicht hier“, so Dr. Friedhelm Loh.

Bildung neu gedacht
Das Prinzip: Schülerinnen und Schüler können über zwei Jahre hinweg parallel zur Schule Berufe in der Praxis erleben – unverbindlich, individuell und orientiert an ihren eigenen Interessen und Fähigkeiten. Ob Industrie, Handwerk, Verwaltung oder Pflege: Sie lernen Menschen, Unternehmen, Abläufe kennen, bauen Ängste vor der Arbeitswelt ab und finden heraus, was wirklich zu ihnen passt. An einem festen Nachmittag in der Woche tauchen sie in eine Welt ein, die schon bald ihr Beruf sein könnte. Zusätzlich haben sie Azubi-Mentoren aus den Unternehmen an ihrer Seite. Ein Schüler-Azubi-Konzept, das niedrigschwellig funktioniert, aber doppelt wirksam ist. Was für Schülerinnen und Schüler praktische Orientierung, Chancengleichheit und Selbstvertrauen, unabhängig von Noten und Herkunft bedeutet, heißt für Unternehmen: früher Kontakt zu potenziellen Nachwuchskräften, weniger Fehlbesetzungen.