Technik kennenlernen, Roboter programmieren und als Team agieren – die Loh RoboGames im Nationalen Automuseum haben alle begeistert. Acht Azubi- und Schulteams traten in vier Wertungsrunden gegeneinander an. Dabei bewiesen sie sich als technisch versierte, kreativ denkende und top-motivierte Teamplayer. Es ist geplant, einen Wettbewerb für Unternehmen und Schulen in der Region zu etablieren.
Spätestens als die Teilnehmenden der Loh RoboGames am Morgen die Wettbewerbsstätte im Nationale Automuseum betraten, war klar, dass sich für den Rest des Tages alles um das Thema Technik drehen wird. Für Daniel Wirth, Ausbildungsleiter und Initiator des Projektes, war das nur konsequent: „Wäre nicht vor vielen Jahren mit Dr. Friedhelm Loh ein Mann mit einer Idee und der Begeisterung für Technik gestartet, gäbe es diesen Wettbewerb heute nicht.“ Vor den Teams sowie den Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen und Schulen erklärte er, dass mit dem Wettkampf ein Auftakt in der Region geschaffen werden solle, um andere zum Einsteigen und Mitmachen zu motivieren. Vielleicht, so Wirth, schafften es Unternehmen und Schulen gemeinsam, einen eigenen Wettbewerb zu initiieren.
Kooperativ, kommunikativ, kreativ
Auf den ersten Blick geht es bei der Lego-Robotik-Challenge um einen Wettkampf mit Klemmbausteinen. Auf den zweiten Blick geht es um viel mehr: Es geht um zentrale Skills, die in Unternehmen heute und zukünftig gefordert sind. Dazu zählen natürlich die Begeisterung für Technologie, das Interesse an Teamwork und die Fähigkeit, auch unter Druck präzise und gut zu arbeiten. Organisator Kevin Hörnberger ist Lehrer und seit 19 Jahren in der FIRST LEGO League aktiv. Er veranstaltet seit 9 Jahren regionale Lego-Challenges, darunter auch das D-A-CH Finale in Siegen zu Beginn diesen Jahres. „Es ist ein internationaler MINT-Wettbewerb, alle sind konzentriert und ehrgeizig dabei. Am Ende feiern aber auch alle zusammen die Erfolge der anderen Teams. Man kann die Begeisterung für Technik sehen und hören und das ist der Grund, warum wir alles möglich machen wollen um den Kindern und Jugendlichen diesen Wettbewerb in möglichst vielen Regionen zu ermöglichen.“
Roboter für verschiedene Aufgaben programmieren
Nach der Ausgabe der Roboter-Boxen ging es im ersten Block der Challenge darum, einen Roboter zusammenzubauen. Anschließend musste dieser so programmiert werden, dass er möglichst viele der 14 gestellten Aufgaben – Fahren an bestimmte Stellen, Bewegen von Gegenständen, Ausführen von Bewegungen – auf dem großen Spielbrett bewältigt. Während die Teams mit den ersten Versuchen starteten, besuchten die Juroren die Tische und bewerteten in verschiedenen Runden den Fortschritt der Teams.
Insgesamt nahmen acht Teams mit sehr unterschiedlichen Lego-Hintergründen am Wettbewerb teil. Auch die FLG stellte zwei Teams: Die „Young Talents“ mit Azubis aus dem gewerblich-technischen Bereich und Team „Digital One“ bestehend aus Azubis der IT-Abteilung. Klar, dass zwischen den beiden schnell ein eigener kleiner Wettkampf aufblühte.
Neben den teilnehmenden Teams besuchten auch Vertreterinnen und Vertreter von umliegenden Unternehmen und Schulen auf Einladung den Wettbewerb. Ihnen ging es darum, die Lego-Robotik-Challenge kennenzulernen und zu sehen, ob sie ein interessantes Format für die Region sein kann.
Roboter-Parcours durch Rittal Fertigung
In der zweiten Runde des Wettbewerbs erwartete die Teams mit einem Parcours durch die Rittal Produktion eine besondere Herausforderung. Aufgabe war es, die Roboter so zu programmieren, dass sie die Strecke auf dem Spielfeld möglichst schnell und präzise abfahren. Dabei mussten Lücken in der Streckenführung kreativ überbrückt werden. Mit nur 45 Minuten Zeit herrschte nicht nur auf der Strecke Zeitdruck. Während die einen die vorgegebene Route innovativ mit einem optischen Sensor detektierten, arbeiteten andere eher rustikal, aber dafür äußerst effizient per Hard-Coding, also über das stückweise Programmieren des Streckenverlaufes.
Am Ende hatte jedes Team zwei Versuche um zu zeigen, wie weit es mit seiner Lösung auf dem Parcour kommt. Den Tagessieg holten unsere „Young Talents“ vor den „Robonauten“ und dem Team „Möp – die Schwachstromelektriker“. Für Daniel Wirth war die Veranstaltung ein voller Erfolg – und vielleicht sogar der Startschuss, um daraus eine regionale Tradition zu entwickeln. „Die Challenges können wir hervorragend für die Nachwuchsförderung und die Arbeit mit unseren Azubis und SchulePlus-Schülern nutzen.“
