Welche Jobs braucht die Industrie der Zukunft? Eine Frage, die uns in der Ausbildung jeden Tag beschäftigt. Mit unserem neuen „Kompetenzcenter Robotik, Sensorik & KI“ geben wir darauf eine konkrete Antwort: Wir bringen IT und Technik noch enger zusammen und machen die Ausbildung fit für die Anforderungen von morgen. Jetzt wurde das Kompetenzcenter im Rahmen einer kleinen Feierstunde offiziell eingeweiht und macht die Weiterentwicklung unserer Ausbildung auf besondere Weise sichtbar.
„Die Industrie verändert sich rasant. Mit dem Kompetenzcenter schaffen wir die Grundlage dafür, dass unsere Nachwuchskräfte die Technologien der Zukunft nicht nur verstehen, sondern aktiv mitgestalten können. So werden aus jungen Menschen die Fachkräfte von morgen“, begrüßte FLG Ausbildungsleiter Daniel Wirth die Gäste der Feierstunde in der Ausbildungswerkstatt (ABW) in Haiger. „Mein besonderer Dank gilt euch, dem Ausbildungsteam und allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die diesen Umbau und die Neuausrichtung der Ausbildung, und damit die Förderung unserer Nachwuchskräfte, ermöglichen.“
Mit der Einweihung des Kompetenzcenters erreicht das mehrjährige Entwicklungsprojekt ein wichtiges Etappenziel. Für das Ausbildungsteam ein besonderer Anlass, gemeinsam mit Vertretern aus Management und Werkleitung auf die Entwicklung der vergangenen Jahre zurückzublicken und einen Ausblick auf die nächsten Schritte zu geben. Wie sich die Veränderungen in der Praxis auswirken, konnten die Gäste in der ABW direkt live erfahren: Nach einer kurzen Reise von den Anfängen der Umgestaltung bis zum heutigen Meilenstein hatten sie die Gelegenheit, an den neuen Arbeitsplätzen mit den Azubis ins Gespräch zu kommen, ihnen über die Schulter zu schauen und ihre Projekte in Aktion zu erleben.
Hintergrund: tiefgreifende Veränderungen in Industrie und Arbeitswelt
Durch den rasenden technologischen Fortschritt haben sich auch die Voraussetzungen für Nachwuchskräfte stark verändert. Digitale Technologien entwickeln sich rasant weiter, Programmierung wird immer wichtiger und Anwendungen aus den Bereichen Robotik, Sensorik und KI halten zunehmend Einzug in Produktion und andere Bereiche. Auch vernetzte, datengetriebene Produktionsprozesse gehören heute fest dazu, sind bei einigen Ausbildungsberufen sogar der Kern ihrer Arbeit. „Das bestätigt auch unsere vollständig digitalisierte ‚Fabrik des Jahres 2025’ von Rittal, die, in direkter Nachbarschaft des Ausbildungszentrums, zu den zentralen Einsatzbereichen der jungen Fachkräfte während und natürlich auch nach der Ausbildung gehört“, so Daniel Wirth. „Um auf die steigenden Anforderungen einer digitalisierten Industrie zu reagieren, müssen IT- und Produktionsthemen schon in der Ausbildung zusammenwachsen.“
Auf diese Entwicklung hat das gewerblich-technische Ausbildungsteam frühzeitig reagiert und in den vergangenen Jahren nicht nur die ABW umfassend umgestaltet, sondern auch die Ausbildungsinhalte und-berufe konsequent auf zukünftige Anforderungen ausgerichtet. „So wollen wir die Kompetenzen im Zukunftsbereich ‚Robotik, Sensorik und KI’ an einem Ort aufbauen und bündeln“, erläuterte der Ausbildungsleiter. „Das heißt, wir integrieren diese Zukunftsthemen früh und mit vollem Fokus in die Ausbildung. Und schaffen so optimale Bedingungen für die Aus- und Weiterbildung von morgen – und zwar für unsere gesamte Unternehmensgruppe.“
Die Weiterentwicklung der Ausbildung im Detail
- Bereits seit 2020 arbeiten alle Auszubildenden mit einem eigenen Laptop, während Themen wie 3D-Druck und CAD-Konstruktion den Ausbildungsalltag zunehmend prägen.
- Neue Arbeitsplätze verbinden klassisches handwerklich-technisches Arbeiten mit digitalen Anwendungen.
- Gleichzeitig hat das Team neue Grund- und Aufbaukurse für Robotik, Sensorik, IT, KI und CAD eingeführt, einen eigenen CAD-Schulungsraum geschaffen, die Ausbildung modularisiert und die Grundausbildung verlängert. Herzstück dieser Weiterentwicklung ist das neue Kompetenzcenter Robotik, Sensorik & KI.
- Auch die technische Ausstattung wurde gezielt erweitert. Dazu zählen ein Kuka-Roboter, eine Miniatur-Produktionsanlage, Lernsysteme für KI-Anwendungen sowie moderne KI-Kameras.
- Parallel dazu hat das Ausbildungsteam den Bereich 3D-Druck kontinuierlich ausgebaut: Inzwischen fertigen die Azubis hier monatlich mehr als 500 Einzelteile für unsere Unternehmen und sammeln dabei wertvolle Praxiserfahrung. Aktuell produzieren sie zum Beispiel Miniaturmodelle des „Fabrik des Jahres“-Pokals für das gesamte RKS-Team.
- Ab 2027 soll der neue Ausbildungsberuf „Fachinformatiker für digitale Vernetzung“ das Angebot ergänzen. Hier verbinden die jungen Lerner IT-Systeme, Maschinen und Menschen zu intelligenten Produktionsnetzwerken, analysieren Prozess- und Systemdaten und optimieren Kommunikationswege in modernen Produktionsumgebungen. Damit entsteht eine wichtige Schnittstelle zwischen klassischer IT und industrieller Fertigung.
„Besonders stolz sind wir darauf, dass die Nachwuchskräfte einen großen Teil des Umbaus selbst umgesetzt haben“, betonte Daniel Wirth. Sie haben Werkbänke geplant und gebaut, Laptop-Arbeitsplätze eingerichtet und die Verkabelung und Installation auf Basis eigener Zeichnungen übernommen. So entstand nicht nur eine moderne Lernumgebung, sondern zugleich ein praxisnahes Projekt von und für unsere Azubis.
